Weberei

Im Museum Neuthal befindet sich eine europaweit einzigartige Webmaschinensammlung. Nur durch den unermüdlichen Einsatz von Fachspezialisten ist es möglich, die komplexe Mechanik der Webmaschinen am Laufen zu halten. Weltweit einzigartig: Hier können 6 Websysteme im Betrieb bestaunt werden.

Ausstellung

Seit 1934 sammelte die Maschinenfabrik Rüti Exemplare ihrer Webmaschinen-Produktion, um ihren jungen Konstrukteuren die Entwicklung des Webmaschinenbaus näher zu bringen.
Nach der Einstellung der Produktion in Rüti war der Erhalt dieser einzigartigen Sammlung gefährdet. 2010 fand diese Sammlung von Rüti-Webmaschinen und verwandten Produkten im Neuthal seine definitive Bleibe.
Bestaunen Sie alle existierenden Schusseintragssysteme: Vom Schützenwebstuhl über die Projektil-Webmaschine, Greifer-Webmaschine, Luftdüsen-Webmaschine bis hin zu den Raritäten wie die Wellenfach-Webmaschine sowie die Mehrphasen Webmaschine, die es nur noch in der Webmaschinensammlung des Museums Neuthal im laufenden Zustand zu besichtigen gibt.

Das Weben ist eine der ältesten Techniken zur Herstellung von textilen Flächengebilden, bei dem mindestens zwei Fadensysteme, die Kette (Kettfaden) und der Schuss (Schussfaden), rechtwinklig verkreuzt werden. Die vorgespannten Kettfäden bilden den Träger, in den nacheinander die Schussfäden von einer Webkante zur anderen durch die gesamte Webbreite eingezogen werden.
Wussten Sie, dass die Schweizer Texitlmaschinenbauer noch bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts führend in der Herstellung von Webmaschinen waren? Noch heute laufen weltweit in über 70 Ländern Webmaschinen, die in der Schweiz produziert wurden.
Kluge Köpfe arbeiteten stetig an neuen Ideen und Verfahren um dem textilen Markt in der Welt gerecht zu werden.
Produktionsgeschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit sowie der Schweizer Service spielten dabei eine grosse Rolle.

Geschichte

Es ist Tatsache, dass die die industrielle Produktion von Textilmaschinen in der Schweiz gegen Ende des 20. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung verlor.
Viele Maschinen wurden verschrottet und ehemalige Fabrikgebäude wurden in Einkaufzentren und Restaurants umfunktioniert oder werden als Wohnungen genutzt.
Damit verschwand ein Teil der schweizerischen Industrie- und Kulturgeschichte.
Kommende Generationen können nur noch in Geschichtsbüchern nachschlagen, um etwas aus dieser Zeit zu erfahren.

In der Webmaschinensammlung wird die Zeit vom industriellen Textilmaschinenbau für junge und ältere Besucher gepflegt und auf eindrückliche Art und Weise demonstriert.

Führungen

Ablauf: Führungen für Gruppen von ca. 10-20 Personen dauern 1 ½ h und behandeln folgende Themen:

Kurze Einführung in die Industriegeschichte des Zürcher Oberlands und des Tösstals.

Informationen über das Grundprinzip des Webens und die Entstehung der verschiedenen Schusseintragssysteme.

Führung durch die Sammlung von Webmaschinen der Baujahre 1860 bis 1996 und der Entwicklungsgeschichte vom Handwebstuhl bis zum modernsten Webverfahren.